Neues im Museum

 

 

Einige der in den Dolan Barracks stationierten amerikanischen Offiziere machten nach ihrer Dienstzeit in SchwŠbisch Hall bemerkenswerte Karrieren. Oberstleutnant Trevor N. Dupuy (1949) arbeitete Jahrzehnte bis in die 1990er Jahre als anerkannter schriftstellerisch produktiver MilitŠrhistoriker. Sein damaliger Leutnant Willard W. Scott stand zuletzt im Rang eines  Generalleutnants als Superintendent der MilitŠrakademie West Point vor. Oberleutnant William F. Burns (1968) wirkte unter PrŠsident Ronald Reagan als Direktor fŸr AbrŸstung und RŸstungskontrolle. Drei weitere Offiziere erreichten den Generalsrang und hohe Posten in der amerikanischen MilitŠrhierarchie. Dem letzten StandortŠltesten der Dolan Barracks, Oberstleutnant George Zahaczewsky,  verlieh PrŠsident George W. Bush die ãSoldierÕs MedalÒ fŸr seine Rettungsaktion im Pentagon nach dem Attentat auf das Pentagon am 11. September 2001.

Den ersten massiven Angriff auf den Fliegerhorst SchwŠbisch Hall-Hessental flog die US Air Force am 13. September 1944. Sechs Tage spŠter Ÿberflog ein AufklŠrer den Raum SchwŠbisch Hall. Auf dieser Tafel prŠsentiert das Flugplatzmuseum die ihm zugŠnglichen Aufnahmen, die nebenbei auch einen interessanten Einblick in die baulichen VerŠnderungen dieses Raumes seitdem erlauben.

Fotos, die zeigen, wie es einmal war und solche, die erkennen lassen, was daraus geworden ist. Nach der Aufgabe der Dolan Barracks durch die amerikanischen StreitkrŠfte Ÿbernahm die Stadt SchwŠbisch Hall das GelŠnde von der Bundesvermšgensverwaltung und bereitete es auf die zivile Nutzung vor. Das bedeutete Bombensuche, die Entfernung von Altlasten aus dem Boden und Abrisse von GebŠuden, die von Deutschen wie von Amerikanern errichtet worden sind.

Drei Jahre lang war Winford Jolley in den Dolan Baracks bei einer Artillerieeinheit stationiert, jetzt kam er nach 50 Jahren wieder auf das ehemalige KasernengelŠnde und besuchte das Flugplatzmuseum. Die Exponate auf diesen beiden Tafeln – Fotos und Dokumente – stellte er uns dafŸr zur VerfŸgung. Dass er damals u. a. auch als Fotograf eingesetzt war, erwies sich als besonderer Vorteil.

Wer heute ein Luftschiff am Himmel entdeckt, dreht sich nach ihm und verfolgt es mit seinen Blicken. In den ersten 30 Jahren des vergangenen Jahrhunderts reagierten die Menschen auf ihr Auftauchen geradezu hysterisch. Und konnte man eines am Boden besichtigen, dann lšste das buchstŠbliche Všlkerwanderungen aus. Was sich im Bereich von SchwŠbisch Hall getan hat, zeigt diese Tafel. Die Darstellung endet mit der Katastrophe von Lake Hurst, die Oberleutnant Claus Hinkelbein von der in SchwŠbisch Hall stationierten III./KG 155 als Passagier und der gebŸrtige SchwŠbisch Haller Theo Ritter als Bordmechaniker Ÿberlebten.

Ohne offiziellen Auftrag, aber aus eigenem VerantwortungsgefŸhl heraus Ÿbergab Polizeimeister Johannes Dahm die Stadt SchwŠbisch Hall. Details dazu und Fotos aus den letzten Kriegstagen zeigt diese Tafel. Die Besucher erfahren hier auch, wer den Dolan Barracks ihren Namen gab: Es war 1st Lieutenant John Francis Dolan aus New York, der ihm Zivilleben an der New Yorker Bšrse gearbeitet hatte und am 2. MŠrz 1945 bei KŠmpfen in der Eifel gefallen war.  Dies geht auf einen Befehl von General Lucius D. Clay zurŸck. Erster MilitŠrgouverneur im Landkreis SchwŠbisch Hall war Major Philip Curtis Lewis aus Indianapolis. Mit ihm hatten die Menschen in diesem Kreis einen ãguten GriffÒ getan, obwohl sie darauf keinerlei Einfluss hatten. Lewis verkŸndete bei seiner Ankunft, er sei nicht gekommen, um zu strafen, sondern um aufzubauen. Das hat er exakt eingehalten..

Der Bombenabwurfplatz des Fliegerhorstes befand sich im naheliegenden Einkornwald. Dort trainierten deutsche vor und amerikanische Soldaten nach Kriegsende. Die einen Ÿbten mit ferngelenkten Bomben gegen ein Schiffziel aus Holzdielen oder Bomben aus Beton, die anderen schossen z. B. mit ihren GeschŸtzen vom Fliegerhorst auf den Platz. Er wurde nach dem Kriege aber auch als FreizeitgelŠnde von den amerikanischen Soldaten und ihren Familien genutzt: angeln, jagen, zelten stand dann auf dem Programm.

500 Kilogramm schwer war eine deutsche †bungsbombe, die bei der Beseitigung von Bomben und Munition nach 1993 auf dem FlugplatzgelŠnde gefunden worden war. Das Technische Hilfswerk SchwŠbisch Hall hatte es freundlicherweise Ÿbernommen, sie in einem grš§eren Einsatz ins Museum im Keller des Haues der Wirtschaft zu transportieren. Es war eine diffizile Aufgabe, die die THWÕler zur Freude der Museumsverantwortlichen mit Bravour erledigten

Mit Hilfe des Haller Ortsverbands des Technischen Hilfswerks konnte am 7. Mai eine 500 kg schwere †bungsbombe aus Zement in das Museum transportiert werden. Mehr zu dieser aufwendigen Aktion gibt es in einer eigenen Galerie.

Vereinsmitglied Helmut HŸfner, der seit seinem zehnten Lebensjahr die Entwicklung des Flugplatzes SchwŠbisch Hall zuerst miterlebte und dann auch im zivilen Bereich zum Teil mitgestaltete, berichtete Mitgliedern nach der Hauptversammlung des TrŠgervereins  "Geschichte des Flugplatzers SchwŠbisch Hall 1934 bis 1993 e.V." im Museum darŸber, wie  das Instrumenting Landing System (ILS) auf fast abenteuerliche Weise von Berlin-Tempelhof nach SchwŠbisch Hall gekommen ist, hier installiert wurde und welche Bedeutung es bis zum Abzug der amerikanischen Heeresflieger fŸr die militŠrische und ziviler Luftfahrt in diesem Raum hatte.

Ein Rumpfteil einer Do 217 E1 (so vermuteten wir) hat Alfred Arnold aus Ilshofen dem Flugplatzmuseum SchwŠbisch Hall freundlicherweise  Ÿberlassen. Inzwischen wissen wir, worum es sich handelt. Und das haben wir der freundlichen UnterstŸtzung des Dornier-Museums in Friedrichshafen zu verdanken. Ingo Weidig vom Museum: "Da ,normale' TragflŠchenteile keine Typenschilder hatten, kann 217.522-86 nur ein Deckel unter dem KraftstoffbehŠlter der TragflŠche zwischen Querriegel I und II sein. Dieser Deckel dient zur PrŸfung und Wartung und dem Ab- und Aufbau des BehŠlters. Die Befestigung erfolgte mit Schrauben auf der Unterseite der TragflŠche. Es gab zwei dieser Deckel." 

Das Foto zeigt Alfred Arnold (links) mit dem auf der jŸngsten Hauptversammlung gewŠhlten SchriftfŸhrer Heinz Michael HŸbner beim Betrachten der RŸckseite des Bauteils. †ber viele Jahre hinweg hatte es unter dem Schleppdach gelegen und wurde als Unterlage fŸr Holzstapel benutzt, die so trocken blieben.
Fotos: Michael S. Koziol

Hier das Typenschild, das sich in der Mitte des Alu-Teils befindet.

Aus etwa zwšlf Detailfotos, am Tage nach dem letzten Bomberangriff auf  den Fliegerhorst SchwŠbisch Hall am 23. MŠrz 1945 aufgenommen, entstand  eine Montage, die das Gebiet zwischen der ehemaligen Reichsstra§e  SchwŠbisch Hall - Crailsheim (im Norden) bis zum Schie§stand

Matheshšrlebach und Bombenabwurfplatz auf dem Einkorn (im SŸden) zeigt. Dazwischen liegen die AbstellplŠtze der Flugzeuge, verteilt auf die Wiesen im Umland des ehemaligen Fliegerhorstes, der Fliegerhorst selbst und die Me 262-Endmontage im Waldwerk auf dem HasenbŸhl. Zu sehen sind  die verheerenden SchŠden, aber auch viele nicht getroffene oder beschŠdigte Me 262 und getarnte NachtjŠger der II. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 6. Die Aufnahme zeigt Vereinsmitglieder bei der  Arbeit, von links: Heinz Michael HŸbner, GŸnter Wiesner, Dr. Erik  Windisch, JŸrgen Weller und Helmut MŸller. Fotos: Michael S. Koziol.

 

GŸnter Wiesner und JŸrgen Weller fŸgen die Fotobahnen zusammen. Wichtig: Nur keine Luftblasen verursachen!

 

Das fast fŸnf Quadratmeter gro§e Foto kommt an seinen endgŸltigen Platz.